Kategoriearchiv: Sonstiges

„Wieso quälen Sie sich rum? Im Ausland geht alles leichter.“ – wirklich?

Jeder kennt sie, jeder bekommt sie, mal mehr, mal weniger, die interessanten (?) Angebote für Kredite. Hier ist mal was Neues, jedenfalls hatte sich „C.Becker“ bei mir mit dem Angebot noch nicht gemeldet:

„Guten Tag,

will Ihre eigene Bank nicht mitziehen?

Wieso quaelen Sie sich rum? Im Ausland geht alles leichter.

Auch bei mangelnder Bonität und zuvor von Ihrer eigenen Bank abgelehntem Antrag können wir Ihnen einen Kredit vermitteln zu niedrigen Zinsen und extrem langen Laufzeiten.

Ihren Kredit bekommen Sie jetzt aus Lateinamerika wesentlich unbürokratischer, ohne die sonst übliche Auskunft und in nur 1 Woche.

Mehr als 30 Banken stehen Ihnen offen, und wir erledigen für Sie alle Formalitäten.

Also ideal für Firmengründer, Angestellte und Rentner. Lassen Sie sich nicht länger bevormunden von Ihrer Bank. Wenn Sie nicht nur auf Ihre Bank angewiesen sein wollen, ist das jetzt die Chance.

Hier können Sie alles nachlesen: XXXXXXX und fügen Sie an ohne die Platzhalter:c>o

Holen Sie sich Kapital dort, wo die Tresore voll sind, die Zinsen unglaublich niedrig und die Laufzeiten lang sind.

 Mit freundlichen Grüßen

 C. Becker“.

Schön der Satz: „Wieso quaelen Sie sich rum? Im Ausland geht alles leichter.“ Ja, da will man noch leichter an das Geld anderer Leute kommen. Und „extrem lange Laufzeiten“ – für Rentner? Da kann man nur lachen und auf den „Delete-Knopf“ drücken. Aber ganz schnell. Wer

 

Kundenberater

Moderne Justiz? Ja, es gibt sie…Mit WhatsApp in die JVA!

© bramgino – Fotolia.com

Gibt es eine moderne Justiz? Wenn man die Frage stellt, bekommt man häufig die Antwort: Nein, denn… Und zur Begründung werden viele Argumente angeführt, zu langsam, technisch nicht auf der Höhe, wenig pragmatisch usw. Ich selbst erinnere mich noch gut an das Projekt „Justiz 2000“, vor einigen Jahren in NRW gestartet. Wenn ich mich richtig erinnere, kam die „Justiz 2000“ dann im Jahr 2003 und die technische Ausstattung – sprich z.B. die Dienst-PC – waren auf einem Standard, das jeder jüngere Computerfreak die Nase rümpfte. Oder die schöne Geschichte, dass eigene CDs, die man auf dem Dienst-PC aufspielen wollte – wie z.B. die StV-CD in den Zeiten vor Online-Portalen – erst „verifiziert“ werden mussten. Das dauerte dann meist fast so lange, dass, bevor die Freigabe kam, schon das nächste Update vorlag. Oder schließlich: Die Dienst-Pcs hatten kein Diskettenlaufwerk. Das führte dazu, dass man zu Hause gefertigte Beschlüsse nur auf einem Umweg auf den Dienst-PC bekam, nämlich als Attachment zu der Email, die man sich selbst an die Dienstadresse schickte.

Hatte natürlich alles seinen Grund, nur man hätte m.E. auch anders damit umgehen können. Ist natürlich heute auch alles besser – und gilt auch nur für die Zeit bis zu meinem Ausscheiden im Jahr 2008. 🙂

Wenn man so erlebt hat und/oder so liest, dann glaubt man kaum das, was ein Kollege vor einigen Tagen berichtete. Er hatte eine positive Erfahrung der anderen Art, von der er in der Mailing-Liste der ARGE Strafrecht erzählt hat, und zwar:

Ein anderer Kollege hatte ihn von unterwegs gebeten, einen neuen – inhaftierten – Mandanten aufzusuchen und schickte ihm die auf ihn lautende Vollmacht per whatsApp auf sein Handy. An der Pforte der JVA überreichte er sein Handy mit dem geöffneten Bild der Vollmacht. Der Beamte war erst baff, meinte dann aber, dass werde früher oder später wohl Standard werden und ließ ihn ein.

Auch so kann es also gehen. Wahrlich pragmatisch, modern und praxisnah. Wer hätte das gedacht? Mich würde nun noch interessieren, welche JVA in welchem Bundesland es war ;-). Das eine oder andere Bundesland schließe ich nach den Erfahrungen, über die die Kollegen dort berichten, aus :-).

Fazit dennoch: Moderne Justiz – es gibt sie 🙂 😀

 

 

Was hat der (internationale) Strafverteidiger Jacques Verges mit Münster zu tun?

© Aleksandar Radovanov – Fotolia.com

Vor einigen Tagen ist die Meldung über den Tod des (internationalen) Strafverteidigers Jacques Verges über die Ticker gelaufen (vgl. u.a. hier). Der war eine Persönlichkeit mit sicherlich vielen Facetten. Er trug den Beinamen „Anwalt des Teufels“ und war u.a. im Barbie-Prozess in Lyon Verteidiger von Klaus Barbie. Beim Lesen der Meldungen und Berichte erinnerte ich mich daran, dass Jacques Verges auch Verbindungen zu bzw. nach/in Münster hatte.

Nun Verges hat hier – zumindest ist es mir nicht bekannt – nie verteidigt, dafür spielte er dann doch wohl in einer anderen Liga. Nein, aber Jacques Verges ist Gegenstand eines Kunstprojekts gewesen, das hier 1987 zu der alle 10 Jahre stattfindenden „Skulpturenausstellung“, also der „Skulptur 87“ gestartet worden ist. Der amerikanische Künstler Dennis Adams hat nämlich ein Portraitfoto von Jacques Verges auf der Werbefläche an einer münsterischen Bushaltestelle platziert. Verges macht dort natürlich keine Werbung für eine Firma oder ein Produkt im eigentlichen Sinn . In einem Bericht der „Westfälischen Nachrichten“ zu dieser Aktion (siehe hier) heißt es dazu dann aber: „Und doch lässt sich das „Bus shelter“ von Dennis Adams als ein Werben verstehen – als eine Werbung nachzudenken.“

Übrigens: Die nächste Ausstellung findet 2017 statt. Wer Interesse an Skulpturen im öffentlichen Raum hat, mag nach Münster kommen. Ich organisiere gerne eine Führung durch die größte Skulpturenausstellung der Welt im öffentlichen Raum.

 

Kam gefälschter Gerichtsbeschluss im Fall G.Mollath aus Wiesbadener Anwaltskanzlei?

Im Juni hatte es im Fall G.Mollath die Geschickte mit dem gefälschten Gerichtsbeschluss gegeben, der beinahe zur Freilassung von Gustl Mollath geführt hätte. LTO berichtet nun gerade unter der Überschrift: „Gefälschter Gerichtsbeschluss im Fall Gustl Mollath Fax kam aus Wiesbadener Anwaltskanzlei“, dass das Fax aus der Kanzlei eines Wiesbadener Anwalts stammt bzw. stammen soll und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Mehr dazu dann hier.

Abmeldung, an den Tegernsee

© fottoo – Fotolia.com

Ich melde mich dann mal für ein paar Tage ab – und zwar an den (schönen) Tegernsee. Wird also in den nächsten Tagen etwas ruhiger und nicht ganz so aktuell.

Vielleicht treffe ich da ja Uli Hoeneß, der da ja wohl – fast ist man geneigt zu schreiben: Noch 🙂 – wohnt. Jedenfalls kann ich hoffentlich Kindheitserinnerungen auffrischen aus Urlauben aus meiner Kinderzeit (lang, lang ist es her). Das Langzeitgedächtnis soll ja im Alter noch ganz funktionieren.

Anmerkung: Auftakt mit der Bahn war dann schon mal gut: Verspätungsalarm = 20 Minuten Verspätung schon in Münster. Danke Deutsche Bahn.