Kategoriearchiv: In eigener Sache

„Kindlich naiv“ im „Elfenbeinturm“

MascheEs war zu erwarten, dass mein gestriges Posting „Neue Masche“ der OLG? oder: Wie werde ich mit einem „versteckten Entbindungsantrag fertig“? zum OLG Hamm, Beschl. v. 19.05.2015 – 5 RBs 59/15 nicht ohne Widerspruch bleiben würde. Und es haben sich auch einige (Amts)Richter gemeldet, die offenbar getroffen bzw. betroffen sind. Ich kann aber nur vermuten, dass es (Amts)Richter waren, weil man sich natürlich – wie so häufig – nicht mit offenem Visier, sondern nur anonym meldet.

Die Kommentare waren schon ganz interessant. Allerdings für mich (teilweise) nicht so ganz nachvollziehbar, denn es soll so sein, dass der „gewöhnliche“ Amtsrichter an einem Sitzungstag keine Zeit hat/findet, einen Schriftsatz von 1 1/2 Seiten zwischen den angesetzten Terminen zu lesen. Wirklich? Ich bezweifle das. Zumal, wenn es in einem der Kommentare dann heißt: „Und ich begrüße es ausdrücklich, dass sich nicht alle OLGs zu den Bütteln vermeintlich gerissener Anwälte machen.“ Das deutet für mich in eine ganz andere Richtung.

Aber lassen wir das, und das ist auch gar nicht der Grund für dieses Nachposten, sondern: Mir wäre schon lieb, wenn in Zukunft solche Kommentare/Formulierungen wie „kindlich naiv“ oder „Elfenbeinturm“ unterblieben. Auch wenn man offenbar getroffener Betroffener ist, sollte man Contenance bewahren, auch wenn einem die „ewige Schelte aus dem Elfenbeinturm“ nicht passt. Im Übrigen – und darauf hatte ich auch gestern schon hingewiesen: „Kindlich naiv“ muss ich mir nicht sagen lassen. Ich war selbst beim AG und 30 Jahre Richter. Ich kenne das Geschäft also – und wie ich meine, ganz gut. Und das hat jetzt nichts damit zu tun, dass wer austeilt, auch einstecken können muss. Kann ich. Dafür war ich lange genug „im Geschäft“.

Also: Contenance. Und wenn es nicht klappt? Ich muss mir dann vielleicht doch überlegen, die Kommentarfunktion zu sperren. Aber, das geht ja auch nicht. Dann heißt es: Zensur! (vgl. Burhoff ist „feige“ und betreibt „öffentliche Zensur“ – wirklich ?

Die Polizei dein Freund und Helfer – „Zuhause sicher“

Diebstahl.pngNun, jetzt muss ich dann aber doch mal eine Lanze brechen – ja, nicht immer nur meckern über die Polizei, sondern auch mal loben. 🙂 Also:

Bei uns im Haus ist vor 1 1/2 Wochen eingebrochen worden. Zum Glück nicht in unsere Wohnung, aber eben bei einem Nachbarn. Am hellichten Tag, Samstagsvormittags zwischen ca. 8.30 Unr und 13.30 Uhr. Einbruch in der 1. Etage über das Treppenhaus.

Natürlich ist man dann sehr sensibilisiert. Nicht nur der Nachbar, bei dem eingebrochen worden ist, sondern eben alle. Und jetzt – das Kind ist in den berühmten Brunnen gefallen – kümmert man sich um Einbruchschutz.

Die Beratung hatten wir vorhin hier im Haus. Dauer knapp 2 1/2 Stunden, kompetent und gut – über das „Kommissariat Vorbeugung“ des Polizeipräsidiums Münster. Ergebnis: Es ist viel zu tun, packen wir es an. Ich hatte gedacht, unser „Home“ wäre dann doch schon mehr „castle“. Ist es dann aber leider doch nicht – zumindes noch nicht genug.

Und das werden wir dann mit dem Netzwerk 🙂 „Zuhause sicher“ ändern. Wohnungseingangstür, Fenster, Balkon- und Terrassentüren – wir kommen. Wird nicht  ganz billig. Aber sollte sich lohnen. Denn: Der letzte Einbruch bei uns direkt liegt jetzt gut 25 Jahre zurück. Wenn ich höre, dass statistisch alle 32,5 Jahre in meine Wohnung eingebrochen wird, sind wir bald wieder dran. Dem wollen wir dann doch – im wahrsten Sinne des Wortes – einen Riegel vorschieben.

Fazit: Besten Dank an das „Kommissariat Vorbeugung“. Wir freuen uns dann auf den „Kontrollbesuch“ :-).

Mein Groupie

RVG-Kommentar 4. Aufl.Der regelmäßige Leser dieses Blog weiß: Gelegentlich gibt es hier auch mal Werbung. Nicht (zu) viel, aber immer mal wieder, in der Hoffnung, dass sich das dann ggf. in einer Buch-Bestellung niederschlägt. Ich muss nur immer den richtigen Aufhänger/Anlass finden. Nun, und den habe ich mal wieder, also Werbemodus an:

Am Samstag hat nämlich ein Kollege – ich sage nicht, wer – da steht der Datenschutz vor 🙂 – einen Kommentar „Burhoff (Hrsg.), RVG Straf- und Bußgeldsachen, 4. Aufl. 2014“ bei mir für sein Büro bestellt, und zwar mit folgender lieben Mail:

„Lieber Herr Kollege Burhoff.

Ich freue mich auf die neue Ausgabe Ihres bereits in der Vorauflage bewährten Kommentars zum RVG. Von besonderer Bedeutung für unsere alltägliche Arbeit mit diesem Werk war (und ist!) Ihre persönliche an mich gerichtete Widmung.

Ich würde mich nun sehr freuen, wenn Sie Ihrem Fan auch für die aktuelle Folgeauflage wieder ein Autogramm ins Buch schreiben möchten.

Vielen Dank vorab und allerbeste Wochenend-Grüße aus xxxxxxx nach Münster, Borkum oder wo auch immer Sie auch sein mögen.

 Ihr Groupie und Kollege“

Ich rufe dem Kollegen, der – wie ich weiß – mitliest zu: Vielen Dank für die Bestellung und ich verstehe das „Groupie“ dahin, dass Sie nicht ihre „Aufmerksamkeit einem Idol oder Star…. widmen“, sondern einfach nur ein „Fan“ des Buches sind (zum Groupie). Das freut mich und die Mitautoren im Kommentar.

Ach so: Wer auch bestellen will: Hier geht es 🙂

Werbemodus aus 🙂 .

Bagger Ballett, oder: Der Tanz mit/im/auf dem Bagger

Bagger_5Wir kennen den „Tanz auf dem Vulkan“, wir kennen den „Tanz um das goldene Kalb“ und wir kennen auch, aber wir kennt schon: Den „Tanz mit und um den Bagger“? In Münster konnte man ihn heute kennenlernen, und zwar beim Flurstücke-Festival 2015, über das ich schon heute morgen berichtet hatte (vgl. hier: In Münster ist was los: Flurstücke, oder: Gesichter in einer Stadt). Heute Nachmittag dann u.a. TRANSPORTS EXCEPTIONNELS | Beau Geste | Val de Reuil. Interessierte mich als Verkehrsrechtlicher natürlich besonders. Die Vorankündigung:

„Ein Mann und sein Bagger. Auf der Baustelle keine überraschende Paarung. Aber Philippe Priasso ist kein Bauarbeiter. Sondern Tänzer. Und der 13-Tonnen-Koloss, mit dem er sich auf offener Straße trifft, hebt keine Gruben aus. Sondern wird sein Partner in einem Pas de deux, wie man noch keinen gesehen hat. „Transports Exceptionnels“ heißt die Mensch-Maschine-Performance der französischen Compagnie Beau Geste. Die hat schon quer durch Europa große und kleine Zuschauer mit ihren Bagger-Pirouetten in Verzückung versetzt. Priasso, weißes Hemd, schwarze Hose, verneigt sich formvollendet vor dem stählernen Riesen und bittet zum Tanz. Der erwidert die Geste gern und reicht den Schaufelarm. Habe die Ehre. Selten war ein Geschöpf mit Zündschlüssel so lebendig….

war vielversprechend. Und sie hat gehalten, was sie versprochen hat.

Hier ein paar Bilder:

 

Bagger 2

Bagger 2

 

Bagger 4

Bagger 4

 

Bagger 5

Bagger 5

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und noch besser erkennen kann man es auf dem Video:

 

 

 

In Münster ist was los: Flurstücke, oder: Gesichter in einer Stadt

Flurstücke 1

Flurstücke 1

An sich war ich gestern Abend ja müde und kaputt. Zwei Tage jeweils 8 Stunden referieren im FA-Kurs, das schlaucht im fortgeschrittenen Alter 🙂 inzwischen ganz schön, war aber ein netter Kurs, so dass es Spaß gemacht hat. Aber ich war dann – zm Glück – doch nicht  müde, um am kulturellen Angebot in Münster teilzunehme. Nein, ich war nicht auf dem Open-Air-Konzert von Lionel Ritchie auf dem Schloßplatz, sondern bei den Flurstücken 2015 (vgl. hier), und zwar bei KompleXKapharnaüM: Figures Libres. In der Vorankündigung/Beschreibung heißt es u.a.:

„Die Stadt zeigt ihr Gesicht. Von den Fassaden schauen Köpfe, überlebensgroß. Jung oder Alt. Sorgenzerfurcht oder von Lachfalten gezeichnet. Nachdenklich oder aufbruchsbereit. Und hinter jedem steht eine Geschichte. ……Zentrale Frage: Wer sind wir? Vor allem: Wer ist Münster? Dazu nehmen sie ihre Zuschauer mit auf einen Parcours, der die gesamte Stadtatmosphäre verwandelt. Mobile Übertragungswagen mit Bilderfenstern projizieren die Gesichter auf Hausleinwände. Ein Live-Mix aus Musik und Textcollage macht das Eintauchen in die leuchtende Nacht zur Erfahrung mit langem Nachhall. Man höre und schaue. Wie nebenbei löst „Figures Libres“ die Gewissheit auf, wer hier Betrachter ist. Und wer Betrachteter.“

Kurzes Fazit: Beeindruckend, die nachfolgenden Bilder können nicht die Fazination der über die Hauswände huschenden Gesichter und Gestalten wiedergeben. Es hat sich gelohnt, doch noch hin gegangen zu sein 🙂 . Manchmal ist es eben gut, wenn man dem Ratschlag/Vorschlag der Ehefrau folgt.

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