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Peinlich – oder warum merkt das keiner?

Der LawBlog bzw. sein Aushilfsblogger ūüôā beklagen unter der √úberschrift “Verletzt, aber nicht befangen” die fehlende Sprachgenauigkeit in der Presseberichterstattung √ľber Gerichtsverfahren.

In der Tat ein Ph√§nomen, dass mir auch immer wieder auff√§llt und das mich √§rgerlich macht. Da ist es f√ľr mich nicht so sehr die schreibende Zunft, sondern eher die “Gerichtsreporter” in Funk und Fernsehen. Ich finde es n√§mlich hochnotpeinlich, wenn sich zur wohl immer noch besten Sendezeit, die es im deutschen Fernsehen gibt – also Tagesschauzeit -, einer der Reporter hinstellt und seinen Bericht √ľber ein landgerichtliches erstinstanzliches Verfahren mit den Worten abschlie√üt: Der Verteidiger hat mitgeteilt, dass Berufung eingelegt werden wird” oder “Die Staatsanwaltschaft hat noch nicht entschieden, ob sie Berufung einlegen wird”.

Doch: Hat sie. Wird sie n√§mlich nicht, sondern sie wird Revision einlegen. Man bzw. ich frage mich dann immer: Gibt es eigentlich keine verantowrtlichen Redakteure, die sich den Bericht vorher mal anschauen und denen solche peinlichen Fehler auffallen. Schlie√ülich zahlt man f√ľr den Service doch auch mehr als 50 ‚ā¨/Monat. Und demn√§chst noch mehr.

Worum man sich alles streiten kann Рauch um die Größe eines Fernsehbildschirms

Ich bin immer wieder erstaunt, worum man sich alles streiten kann. So auch um die Gr√∂√üe eines Fernsehbildschirms und das dann bis zum BVerfG. Dieses hat jetzt in seinem Beschl. v. 15.07.2010 – 2 BvR 2518/08 einem Sicherungsverwahrten Recht gegeben, der ein Fernsehger√§t mit einem gr√∂√üeren Bildschirm beantragt hatte, den er wegen (sich sonst) verschlechternder Sehkraft beantragt hatte. LG und KG hatten abgelehnt u.a. unter Hinweis auf die Gefahr f√ľr die Anstaltsordnung.

Das BVerfG hat dem Untergebrachten Recht gegeben. Auch einem in Sicherungsverwahrung Inhaftierten d√ľrfe die Erlaubnis zum Besitz eines eigenen gr√∂√üeren ¬†Fernsehger√§tes dann nicht versagt werden, wenn durch die Benutzung eines bereits vorhandenen Ger√§ts mit einer weiteren Verschlechterung seiner Sehkraft zu rechnen ist. Eine Versagung k√§me nur in Betracht, wenn durch den Besitz des gr√∂√üeren Fernsehger√§tes die Sicherheit oder Ordnung der Anstalt gef√§hrdet w√ľrde. Das Gericht habe zu pr√ľfen, ob besondere Gr√ľnde in der Person des Gefangenen liegen, die seinem Interesse am Besitz eines bestimmten Gegenstandes ein ber√ľcksichtigungsf√§higes erh√∂htes Gewicht verschaffen k√∂nnen, das dazu zwingen k√∂nne, zur Wahrung der Anstaltssicherheit einen gewissen erh√∂hten Kontrollaufwand in Kauf zu nehmen. Habe – wie hier¬†die Augen√§rztin des Betroffenen einen gr√∂√üeren Bildschirm empfohlen, so sei zu pr√ľfen, ob gesundheitliche Belange erfordern, die Wahrnehmung der grundgesetzlich gesch√ľtzten Informationsfreiheit zu erm√∂glichen.

Ich bin ja kein Techniker und frage mich mal ganz vorsichtig: Wie kann die Gr√∂√üe des Bildschirms die Anstaltsordnung gef√§hrden. Auf der anderen Seite: Manchmal ist das Fernsehprogramm so schlecht, dass ein kleiner Bidlschirm sicherlich gen√ľgen w√ľrde ūüôā ūüôā

Die Kollegin Braun ist in Urlaub… und kann daher nicht √ľber TV und sonstiges :-) berichten

Sie h√§tte aber sicherlich berichtet, dass Sat1 jetzt die Notbremse gezogen und die neue Serie √ľber F√§lle der Rechtsanw√§ltin Leonora Holling vom Sender genommen hat (Grund: nur 7,4 % Marktanteil); Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die Kollegin Braun berichtet h√§tte, denn sie hatte uns ja auch mit Berichten √ľber “Danni Lowinski” versorgt (vgl. hier, hier und hier).

Ich habe die F√§lle der Leonora Holling nicht gesehen, kann also nicht sagen, ob die Serie/Sendung tats√§chlich (so) seri√∂s ist/war, wie sie angek√ľndigt wurde, n√§mlich als “TV-Juristerei ohne Show”. Unterstellt man das mal, zeigt das geringe (?) Interesse – immerhin haben 1,89 Mio Zuschauer das sehen wollen -, dass zumindest kein gro√ües Interesse an “streng dokumentarisch und ohne die sogenannte “scripted reality” ausgerichteter Berichterstattung besteht.

Da informiert man sich lieber bei Barbara Salesch oder Richter Andreas Holt, wo schnell¬†mal aus einem¬†Familienrechtssache noch im Gerichtssaal ein Kapitalverbrechensvorwurf wird, den man dann aber auch gleich mitverhandelt. Und man bekommt vorgef√ľhrt, wie sich Zeugen im Gerichtssaal benehmen,¬†was dann auch Zeugen live tun, wie ¬†mir (ehemalige) Kollegen immer wieder berichten. Ich finde das √§rgerlich, aber es l√§sst sich wohl nicht √§ndern. Au√üer die Sendungen w√ľrden abgesetzt. Aber warum sollten die Sender das tun, solange die Quoten stimmen.

Panne beim Blitzen? Radarkontrolle im Fernsehen

Spiegel-online berichtet:

“Ein Mann aus Langenhagen hat die von einer Radarfalle gemachten Bilder live auf seinem Fernsehschirm gesehen. Die Videosequenzen wurden per Funk an einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes √ľbertragen – auf einer Frequenz, die auch ein Sportsender nutzte.

Langenhagen – Das Ordnungsamt der Stadt Langenhagen bei Hannover best√§tigte am Montag einen entsprechenden Bericht der “Bild”-Zeitung. Demnach wurde die Videofunk√ľbertragung der Radarbilder offensichtlich auf derselben Frequenz gesendet wie der Sportsender, den der Mann eigentlich schauen wollte.

Neben der Videokamera, die Fotos von den Rasern machte, stand ein Funkger√§t, das diese Bilder in das nebenan stehende Auto eines Ordnungsamtsmitarbeiters √ľbertrug.

Die Frequenz der Messger√§te wurde inzwischen umgestellt. Der Gesch√§ftsf√ľhrer der Firma Leivtec in Wetzlar, die das Ger√§t vertreibt, sagte dazu: “Es handelt sich um eine √∂ffentlich zug√§ngliche Frequenz, wie sie zum Beispiel auch √úberwachungskameras nutzen.” Da es sich nicht um datenschutztechnisch relevante Informationen handle, sei der Fall juristisch unproblematisch.

Der ADAC geht davon aus, dass die Raser keine M√∂glichkeit haben, sich gegen die Rechtm√§√üigkeit der Geschwindigkeitskontrolle und ihre Bu√ügeldbescheide zu wehren. “Die Messung ist unzweifelhaft richtig, und die Daten sind verwertbar”, sagte Maximilian Maurer vom ADAC.”

Quelle: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,646052,00.html