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Gedanken zu einem Autoresponder – so m.E. nicht schön

© strixcode – Fotolia.de

Ich habe gestern mal wieder auf meiner Homepage Burhoff-online  einen Newsletter abgesetzt. Bei rund 5.800 Abonnenten ist da der Rücklauf schon ganz beachtlich. Rücklauf? Nun, es gibt tote Adresse :-(, also Kollegen die inzwischen eine andere Email-Adresse haben und sich nicht umgemeldet haben, aber auch eine ganz Menge an Autoresponder-Nachrichten. So erfahren ich immer, wer gerade in Urlaub ist 🙂 oder sonst keine Zeit hat, den Newsletter zu lesen bzw. auf eine Email zu antworten.

Und bei „Durchblättern“ dieser Nachrichten bin ich dann wieder auf eine gestoßen, die mir schon häufiger aufgefallen ist. Da heißt es:

Aufgrund des enormen Emailaufkommens kann ich Ihnen eine rasche Beantwortung wegen vordringlicherer Angelegenheiten nicht zusagen. In dringenden Fällen schicke Sie bitte ein Fax unter xxxxxxxxxx !!!“

Ich denke immer: Nicht schön oder? Meine Gedanken dazu:

  • Sicherlich ist es für den Kollegen schön und für den Leser beachtlich, wenn der Kollege auf sein „enormes Emailaufkommen“ verweist. Das zeigt dem Empfänger, dass in der Praxis richtig was los ist, da wird Umsatz gemacht. Allerdings muss sich der Mandant auch fragen: Hat der Rechtsanwalt eigentlich Zeit für mich und mein Anliegen?
  • Und die Antwort kann man sich selbst geben: Nein, hat er nicht, denn er kann ja „eine rasche Beantwortung wegen vordringlicherer Angelegenheiten nicht zusagen„. Also: Ich muss warten.
  • Und noch schlimmer: Ich muss wegen anderer „vordringlicherer Angelegenheiten“ warten. Andere Sachen sind also wichtiger als meine. Allerdings fragt sich der Mandant sicher auch: Woher weiß der Rechtsanwalt das eigentlich? Denn er kennt mein Anliegen doch noch gar nicht und kann daher gar nicht einschätzen, wie wichtig es ist und ob es wirklich „vordringlichere Angelegenheiten“ gibt.
  • Aber. Drei Ausrufezeichen hinter der Nachricht. Das zeigt, wie wichtig dem Absender die eigene Mitteilung ist.
  • Schließlich: Mich würde das Faxaufkommen in der Praxis des Kollegen interessieren. Gehen nicht fast alle Mandanten davon aus, dass es sich bei ihrem Fall um einen „dringenden Fall“ handelt und werden deshalb ein Fax schicken? Das Faxaufkommen dürfte „enorm“ sein. 🙂

Also Fazit: M.E. besser anders machen, oder?

Abgelegt unter Allgemein, Sonstiges.

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2 Kommentare

  1. Joscha schreibt:

    Zum letzten Punkt: Ich glaube da haben Sie eine falsche Vorstellung über Zugang zu Faxgeräten. Heutzutage ist es gar nciht mehr so einfach bzw. aufwendig Jemanden mit Faxgerät zu finden. Ist doch ein bekannter Trick bei Kündigungen; Telekommunikationsanbieter verlangen gerne ein Fax, da es viele Menschen einen größeren Aufwand( inklusive Recherche) darstellt, ein Faxgerät ausfindig zumachen…



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