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Da ist bei Facebook jemand über mich verärgert – und ich weiß nicht, warum

entnommen wikimedia.org Public Domain Uploaded by Idalino.castro

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Da ist bei Facebook jemand über mich verärgert, ich weiß aber nicht warum. Ausgangspunkt für die Verärgerung ist mein Posting zum BGH, Beschl. v. 21.07.2015 – 3 StR 217/15 – (vgl. dazu Strafzumessung: Milderungsgründe bei der ehelichen Vergewaltigung). Dazu hatte ein FB-Nutzer am 09.10.2015 gepostet:

„An die Strafjurist*innen: Findet ihr eine sexismusfreie Erklärung hierfür?

„Nach ständiger Rechtsprechung kann jedoch gleichwohl eine Ausnahme in Betracht kommen, wenn ein [besonders schwerer Fall, hier eine Vergewaltigung] mit gewichtigen Milderungsgründen zusammentrifft. Der Bestrafung kann dann ausnahmsweise der [mildere] Normalstrafrahmen [der sexuellen Nötigung] zugrunde gelegt werden. Ob solche gewichtigen Milderungsgründe vorlagen, hat das Landgericht nicht erörtert, obwohl sich dies hier aufgedrängt hat: Es handelte sich um eine Beziehungstat zwischen Eheleuten“.

Daran haben sich eine ganze Reihe von Kommentaren angeschlossen. Der erste hat danach gefragt, was daran sexistisch sein soll und ich habe gefragt, wieso ich mir die „Verägerung“ zugezogen habe. Darauf ist dann noch vom Posting-Starter – wohl als Antwort auf die erste Rückfrage – gekommen: Weshalb ist denn bei einer Vergewaltigung per se ein “sich aufdrängender Milderungsgrund“ gegeben, wenn Täter und Opfer verheiratet sind?“ Meine Rückfrage ist aber unbeantwortet geblieben. Und zwar bis heute, obwohl die Diskussion über die Entscheidung noch mehr oder weniger lustig weiter gegangen ist.

Schade, denn mich hätte schon interessiert, was an meinem Posting denn nun „ärgerlich“ macht. Ich habe eine Entscheidung des BGH hier eingestellt/gepostet. Mehr nicht. Über die Entscheidung und die Strafzumessungserwägungen kann man sicherlich diskutieren, aber ich bin doch nicht für das verantwortlich, was der 3. Strafsenat des BGH ausführt. Das ist ein bißchen so wie im alten Rom. Da wurden auch die Überbringer schlechter Nachrichten bestraft, so wie ich mit dem „Verärgerungsbutton“.

Und ich habe, da mich so etwas nicht ruhen lässt – sorry, aber so bin ich nun mal – nochmal nachgehakt. Aber keine Antwort: Derjenige, der den Stein ins Wasser geworfen hat, hat sich wegduckt und bleibt weggeduckt. Jetzt bin ich verärgert, weil ich mich frage, was das Posting dann soll. Also leider, wie man es häufig heute antrifft. Feuerchen anzünden und dann schnell weglaufen.

Abgelegt unter Entscheidung, In eigener Sache, StGB, Strafrecht.

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8 Kommentare

  1. RA Jede schreibt:

    Also ich würde Sie gerne für die Entscheidungen des 5. verantwortlich machen. Hab jetzt leider keine Zeit auch nur die übelsten rauszusuchen, fühlen Sie sich bitte trotzdem gedisst. 🙂

  2. Miraculix schreibt:

    Wer nicht den Mut hat zu seinen Postings zu stehen, den kann man auch nicht ernst nehmen.

  3. RA'in Marjola Wende schreibt:

    Also, wenn wir hier schon dabei sind, mache ich Sie gerne auch noch für das in Berlin oft herrschende sogenannte „Moabiter Landrecht“ verantwortlich. Zu erkennen ist es leicht an dem Modus: Ansicht des Gerichts, a.A. StPO. Auch bei Kostenfestsetzungen leidenschaftlich gerne von Rechtspflegern übernommen und entsprechend angewandt.
    😉

  4. RA Jede schreibt:

    Ich glaube, er ist heute spaßfrei. Dabei steht unter dem Beitrag:
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    1. Sonntagswitz
    Herr Burhoff, lassen Sie sich doch von Trollen nicht die Laune verderben!

  5. Knoffel schreibt:

    Blockieren Sie solche Leute einfach. Wer (ständig) Diskussionen beginnt und sie nicht zu Ende bringen möchte, verwirkt auch das Recht zur freien Meinungsäußerung auf nicht-staatlichen Plattformen.

    Mache ich heute auch so – sonst ärgert man sich nur.

  6. RA Müller schreibt:

    Wo steht denn überhaupt, daß jemand über Sie verärgert ist. Ich gehe davon aus, daß sich die Verärgerung auf die zitierte Entscheidung bezieht, über deren Inhalt man trefflich streiten mag.

  7. Detlef Burhoff schreibt:

    na, das ist eine ganz neue Variante :-). Ich verstehe „verärgert mit Detlef Burhoff“ anders.

  8. n.n. schreibt:

    Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Der Schwerpunkt des BGH lag zunächst auf „Beziehungstat“, nicht auf „Eheleuten“. Und dann hätte ein vollständiges Zitat auch weitergeholfen: „bei der der Angeklagte lediglich kurzzeitig mit dem Finger in die Scheide seiner Frau eingedrungen war.“

    Das Statement ist einfach nur dumm. Ich würde nicht ausschließen, dass die Kommentator*in einfach vergesssen hat, wie man sich bei facebook einlogt.



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